POLYPLOM

Von der täglichen Kunst polyamore Beziehungen zu führen

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4 Mütter, 1 Kind.

Mein Bruder und ich haben nicht viel gemeinsam, trotzdem ist er die einzige Person in meiner Familie, die mich schon immer dabei unterstützt hat, so zu sein, wie ich bin. Ich war 16 und er war 10 Jahre alt, als ich mich vor ihm geoutet habe. Selten hatte ich so ein unaufgeregtes Outing. Ihm war es vollkommen gleich, wen ich begehre und wie ich begehre, solange ich glücklich bin, war er es auch. Weiterlesen

Polyamorie und Outing – wieso ist das wichtig?

Zuerst erschienen bei “kleinerdrei” am 01.02.2017: http://kleinerdrei.org/2017/02/polyamorie-und-outing-wieso-ist-das-wichtig/

Vor knapp 13 Jahren, als ich angefangen hatte, meine eigene Sexualität und somit einen Teil meiner Identität zu erforschen, outete ich mich zum ersten Mal in meinem Leben vor Freundinnen als Queer (besser gesagt damals noch als lesbisch). Sich vor Menschen zu outen, die einen schon lange kennen und davon ausgehen, dass du eine unausgesprochene Heterosexualität lebst, kann unter Umständen schwierig sein. Damals waren einige irritiert, andere schienen desinteressiert und wiederum andere wollten mich eine Zeit lang nicht mehr umarmen – es kursierte die Angst, dass ich mich plötzlich in alle weiblich gesehen Menschen auf dem Planeten verlieben könnte.

Nach dem ersten Outing wurde es von Mal zu Mal einfacher und durch die zunehmende Sichtbarkeit in der Gesellschaft, stellt ein offen queeres Leben zumindest aus rechtlicher Perspektive in Deutschland mittlerweile weniger ein Hindernis da, obgleich es immer noch sehr viel Homofeindlichkeit und Abwertung von Queers in der Gesellschaft gibt. Mir hat niemand jemals die Frage gestellt „Bist du sicher, dass du lesbisch sein willst?“ und selbst wenn diese Menschen Queer-sein sogar fälschlicherweise noch als „Krankheit“ sahen, erkannten sie zumindest an, dass Sexualität keine Frage der Wahl ist. So fühlten die meisten Menschen, denen ich begegnete, ihre eigene Sexualität durch ein Coming Out von Freund*innen oder Bekannten nicht in Frage gestellt.

Bei Beziehungsformen erfuhr ich das anders. Als polyamore Person, die zwei Beziehungen gleichzeitig führt, musste ich die Erfahrung machen, dass mir mein Outing häufiger in Frage gestellt wird als mir lieb ist.

Polyamorie setzt sich aus dem griechischen Wort polýs „viele, mehrere“ und dem lateinischen Wort amor „Liebe“ zusammen. Sexuelles Begehren spielt an dieser Stelle nicht unbedingt eine Rolle, es geht ausschließlich darum, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Das Konzept gibt es schon sehr lange, aber erst seit etwa 1960 vernetzen sich Menschen, tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und unterstützen sich gegenseitig. Seit 1997 zum ersten Mal das Buch The Ethical Slut) rausgekommen ist, wird das Konzept Polyamorie immer bekannter – das Buch fällt vielen Menschen, die sich anfangen mit dem Thema auseinanderzusetzen, zuerst in die Hände.

NEUEN VORSTELLUNGEN PLATZ MACHEN 

Durch mein Poly-Dasein fühlen sich viele Menschen in ihrer eigenen Art und Weise Beziehungen zu führen in Frage gestellt. Von Neugierde über Ablehnung und Unverständnis bis hin zu pathetischen Plädoyers auf monogame Beziehungen ist mir schon alles begegnet. In 13 Jahren Outing ist es keine Neuheit für mich, dass Menschen mit Ablehnung oder Neugierde reagieren. Davon abgesehen bin ich eine cis-frau mit jüdischer Migrationsgeschichte, es ist also auch keine Neuheit für mich, mit Antisemitismus und/oder Sexismus konfrontiert zu sein. Was neu dazu gekommen ist, ist die Rechtfertigung. Ich musste mich noch nie dafür rechtfertigen, in wen ich mich verliebe oder mit wem ich wie eine Beziehung führen möchte.

Seit kurzem schon.

Den meisten Menschen fällt es schwer, nachzuvollziehen, wie ich mehrere Menschen gleichzeitig lieben kann. Dabei gibt es in unserem Alltag bereits so viele lebhafte Beispiele dafür, wie das problemlos möglich ist. Am besten gefällt mir der Vergleich mit Kindern. Wenn ihr euch vorstellt ein Kind zu haben und später ein zweites oder drittes, liebt ihr letztere weniger, weil sie später auf die Welt gekommen sind? There you go Und wie steht es mit Freund*innen? Viele von uns kennen sicherlich das Gefühl, dass es mehrere Menschen in unserem Leben gibt, die uns wichtig sind und die wir gleichzeitig lieben. Wieso fällt es uns dann so schwer, andere Formen von Beziehungen als nicht-exklusiv zu verstehen?

Es hat lange gedauert, bis ich selbst von bestimmten Vorstellungen, wie Beziehungen sein müssen oder wie sich Menschen in Beziehungen zueinander verhalten müssen, losgelassen habe. Ich habe lange gebraucht, um mich selbst zu überzeugen, dass es vollkommen in Ordnung und nicht falsch ist, dass ich mich zu so vielen unterschiedlichen Menschen hingezogen fühlen kann, unabhängig davon, in welchen Beziehungen ich mich befinde. Lange habe ich mich dafür geschämt und das Problem in meiner damaligen Beziehung gesucht, bis meine Partnerin den ersten Schritt gewagt und mir von ihren Sehnsüchten nach anderen Menschen erzählt hat. Das hat mich ganz schön getroffen. Schließlich war ich diejenige, die versucht hat, all diese Gedanken und Bedürfnisse, mit der größten Hartnäckigkeit zu verdrängen und zu überwinden. Ich habe auch viel getrauert und trauere manchmal immer noch um Fantasien und Vorstellungen, die neuen Fantasien und Vorstellungen Platz machen musste. Ich musste mich von einigen Gedanken trennen, weil ich sie nicht mehr wollte.

Es ist schwer, 26 Jahre Sozialisation zu überwinden.

Während ich die meiste Zeit meines Lebens damit konfrontiert war, dass Eifersucht ein Zeichen von Zuneigung, Zuneigung zu Menschen außerhalb von einer romantischen Zweierbeziehung Betrug, und die Suche nach der einen Seelenverwandtschaft das größte Ziel im Leben ist, bin ich jetzt damit beschäftigt all diese Gedanken loszulassen und loszuwerden.  Mir hat es geholfen role models zu finden und von funktionierenden Polybeziehungen zu lesen und zu hören. Der Blog morethantwo.com war einer der ersten über die ich gestolpert bin und vieles davon hat mich nachhaltig beeinflusst. Das Buch “Love In Abundance: A Counselor’s Advice On Open Relationships” von Kathy Labriola kann ich auch nur sehr empfehlen und besonders die Seite lifeontheswingset.com. Ich bemühe mich zwar stets um die Suche nach deutschsprachigen Seiten, aber leider gibts es immer noch sehr viel mehr englischsprachiges Material.

“DAS KÖNNTE ICH JA NICHT”

Ich denke, dass an geschlossenen Zweierbeziehungen nichts verkehrt ist. Mein Eindruck ist nur, dass wenn es um Begierde und Sehnsüchtige, im Bezug auf alle anderen Menschen außerhalb einer Zweierbeziehung geht, Ehrlichkeit nicht besonders geschätzt wird. Ehrlichkeit kann weh tun und sie kann besonders hart sein, wenn man weiß, dass die andere(n) Person(en) sich schwer damit tun werden, aber sie ist auch der Grundpfeiler jeglicher Beziehungen. Geschlossene Beziehungen können genau so gut sein, wie polyamore Beziehungen, es geht nicht um das Konzept. Vielmehr geht es um die Menschen, die das Konzept ausfüllen und die Beziehungen gestalten, die sie leben wollen. Jetzt möchte ich zwei Beziehungen, mit zwei wundervollen Menschen führen, aber ich kann nicht mit Gewissheit sagen, dass ich für den Rest meines Lebens genau das möchte. Mein Bedürfnisse stehen in einem ständigen Prozess der Veränderung und solange ich die Offenheit spüre, diese zu äußern, ist es mir vollkommen egal, um welche Form von Beziehung es sich handelt.

Jedes Mal wenn ich mich als Poly oute, outete sich mit mir der Prozess der Veränderungen, den ich durchlaufe. Ich bin leider keine Expertin was geöffnete Beziehungen angeht, und doch werde ich häufig als Vertreterin eines ganzen Konzepts gesehen, dabei bin ich selbst noch dabei mich zu finden. Es gab wenig bis keine Vorbilder in meinem Umfeld, wenn es darum ging, funktionierende polyamore Beziehungen zu finden, die mir von ihren Erfahrungen berichten konnten. Sich selbst zu erfinden und alles neu zu definieren war deswegen der schwerste Teil. Wenn ich Menschen von meiner Konstellation erzähle, liegt der Fokus des Gesprächs meistens auf deren Neugierde und Befangenheit, meistens eingeleitet mit dem Satz „Das könnte ich ja nicht“.

Es ist fast ein bisschen so, als ob mir jemand einen Spiegel vorhalten würde und ich meinen eigenen Prozess der Veränderung, erneut von vorne bis hinten durchspielen würde. Ich rede gerne mit Menschen darüber, was es bedeutet, mehrere Beziehungen gleichzeitig zu führen und ich bin gerne da, um mit ihnen gemeinsam ihre Vorstellungen von Beziehungen unter die Lupe zu nehmen und kritisch zu hinterfragen, was davon sie wirklich gut finden. Gleichzeitig fühle ich mich unter Druck gesetzt, dass ich zum Vorzeigebild einer funktionierenden polyamoren Beziehung auserkoren werde.

VIELE PROBLEME UND KONFLIKTE SIND DIE GLEICHEN
WIE IN MONOGAMEN BEZIEHUNGEN 

Wenn ich also als Individuum in meinen Beziehungen „scheitere“, dann scheitert mit mir ein Stück weit die Vorbildfunktion und ein positiv besetztes Bild von Polyamorie. Das gesamte Konzept wird an eine einzige Beziehung geknüpft und wenn die Beziehung zu Ende geht, dann geht mit ihr auch die Polyamorie, weil es keinen anderen Grund geben kann, dass eine Beziehung zu Ende geht. Alle negativen Entwicklungen werden mit dem Beziehungskonzept in Verbindung gebracht und nicht mit den Individuen, die dahinter stehen. Das ist problematisch.

Klar, es kann Dinge geben, die in Polybeziehungen besonders ausgeprägt sind, wie etwa das ehrliche Kommunizieren von Bedürfnissen, weil Begierden offen gelegt sind, nicht verheimlicht werden müssen und nicht als Betrug oder Verrat abgestempelt werden. Aber viele Probleme und Konflikte sind genau die gleichen, die Menschen in monogamen Beziehungen durchleben. Da geht es genauso um Ehrlichkeit, Zeit füreinander haben, Eifersucht und unterschiedliche Bedürfnisse. Beispielsweise bin ich ein Mensch, der selten alleine schlafen möchte. Meine Beziehungspersonen hingegen brauchen häufiger Zeit für sich und Zeit alleine in ihrem Bett.

Ob Beziehungen zwischen Menschen halten oder nicht, hängt von den Menschen ab, die die Beziehungen ausfüllen, nicht von der Beziehungsform.

Gerade deswegen ist ein Outing als polyamore Person auch so wichtig: Menschen fühlen sich schnell von meiner Art und Weise Beziehungen zu führen angegriffen, weil sie häufig glauben, dass mein Outing eine Art Manifest oder Kritik an monogamen Beziehungen ist. Dabei ist es mir vollkommen egal, was Menschen für Beziehungen führen, solange sie zufrieden und ehrlich zu sich selbst sind. Durch das Gefühl sich angegriffen zu fühlen wird so ein Nachdenken angeregt, weil es offensichtlich ein Thema ist, dass Menschen auf irgendeine Art beschäftigt. Es kann dazu beitragen, dass eigene Bedürfnisse ehrlich und kritisch hinterfragt werden und offene Beziehungen kein Tabu Thema in Beziehungen mehr sind. Letztlich glaube ich, dass jedes Outing wichtig ist, weil es die unhinterfragte Norm von Zweierbeziehungen in Wanken bringt und so eine größere Sichtbarkeit für Liebes- und Beziehungsformen aller Form herstellt.

Buchtipp:Gummiband-Familien

Im November 2016 ist dieses großartige Buch heraus gekommen und ich möchte es euch allen ans Herz legen. Zum ersten Mal hab ich mein Wunsch-Familien-Konzept in einem Buch entdeckt und mich tierisch gefreut! Danke dafür, es ist euch wirklich gut gelungen. Weiterlesen

Über das Geheimnis langanhaltender Beziehungen und wofür ich dir nach 6 gemeinsamen Jahren dankbar bin.

Vor 6 Jahren lag ich in einem Bett und habe die Frage der Fragen gestellt “willst du mit mir zusammen sein?”. Ich war ziemlich jung und ziemlich unerfahren, was Beziehungen führen anging. Ehrlich gesagt, ich hatte absolut keine Ahnung von Beziehungen. Zu dem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass es etwas schönes ist und etwas, was sich schön anfühlt, wollte ich behalten. Deswegen wollte ich diese Beziehung, weil sie mir gut getan hat.

Vieles ist seitdem passiert. Und vieles hat sich alles andere als schön und fluffig und weich angefühlt. Ich wurde verletzt und ich habe verletzt. Ich habe auch ziemlich viel gelitten und mich sehr verändert. Ich habe gelogen und war mehrfach davor zu sagen, dass ich das alles nicht mehr möchte. Ich habe mich durch dich kennengelernt, das wahre Ich, nicht die Person die ich mal vorgegeben habe zu sein oder die, von der ich dachte, dass ich sie sein müsste. Ich habe den Schmerz der Veränderung ausgehalten. Ich wäre fast daran zerbrochen. Ich habe erfahren, was es bedeutet Wahrheiten zu ertragen und gespürt, wie schwer es eigentlich sein kann ehrlich zu sein. Ich hatte sehr viel Angst. Und ich habe immer noch Angst, wenn ich daran denke, wie wichtig du mir als Mensch bist.

Die letzten 6 Jahren waren alles andere als einfach und ich denke, dass ich erst jetzt so langsam anfangen zu begreifen, was es eigentlich bedeutet in einer committed (entschuldigt, ich finde das deutsche Wort “verbindlich” oder “fest” nicht passend) Beziehung zu sein. Wir haben uns nicht magisch und von Zauberhand verändert, das war kein selbsterklärender Prozess. Jemanden zu lieben ist viel Arbeit, das habe ich nach und nach begreifen müssen. Um genau zu sein, ich musste es erlernen, weil jemanden zu lieben eine Kunst ist. Sich zu öffnen und anzuvertrauen, beutetet sich nackt zu machen. Es gibt keinen Ort des Versteckens mehr, ich komm nicht umher mich selbst zu sehen und genau das kann so angsteinflößend sein.

Die Wahrheit ist, dass lieben eine Herausforderung ist, weil ich Menschen, die ich liebe, so liebe wie sie sind, mit all ihren Wünschen und Träumen und Bedürfnissen. Das bedeutet für mich aber auch, dass ich sie dabei unterstützen will, so zu werden wie sie das möchten und sich zu den Menschen zu entwickeln, die sie sein wollen. In John Welwoods Worten ausgedrückt: “seeing and loving them for who they could be, and for who we could become under their influence”. Ich glaube, dass liebende Beziehungen, welcher Form auch immer, dazu beitragen, dass wir uns in einer bestimmten Art und Weise entwickeln können. Sich einer anderen Person gegenüber zu öffnen, ist wie einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Ich muss erst einmal ehrlich zu mir selbst sein, um ehrlich zu anderen sein zu können und so lerne ich mich kennen. Du hast mir dabei geholfen mich selbst zu finden oder um es in bell hooks Worten auszudrücken “we are committed to being changed, to being acted upon by the beloved in a way that enables us to be more fully self-actualized”.

Ich weiß inzwischen, dass ich mich nicht darauf verlassen kann, dass Beziehungen gleich bleiben und, dass es immer schön sein wird oder einfach oder fluffig und weich, aber ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass wir einander mit Respekt begebenen werden und Arbeit und Zeit investieren, um uns zu lieben. Ich will mich nicht verstecken oder aus Angst vor zu viel Intimität davon laufen, weil ich letzten Endes vor mir selbst fliehen würde. Ich glaube, dass wir uns erst nackt machen müssen, um uns selbst verändern zu können und ich bin mir unsicher, ob die Art von Veränderung, ohne eine liebende, enge, vertraute und intime Beziehung, welcher Art auch immer, möglich ist. Genau aus diesem Grund bin ich die für die letzten 6 Jahre dankbar. Danke, dass du mich dabei unterstützt hast, die Person zu werden, die ich sein will. Mit all meinen seltsamen und nervigen Eigenschaften. Danke, dass du mich liebst so wie ich bin und ich ein Teil deines Lebens sein darf. Danke für die letzten 6 Jahre.

Ist es immer besser ehrlich zu sein?

Ich bin vor einigen Tagen über folgendes Zitat aus dem Buch “all about love” von bell hooks gestolpert:

“Lots of people learn how to lie in childhood. Usually they begin to lie to avoid punishment or to avoid disappointing or hurting an adult. How many of us can vividly recall childhood moments where we courageously practiced the honesty we had been taught to value by our parents, only to find that they did not really mean for us to tell the truth all the time. In far too many cases children are punished in circumstances where they respond with honesty to a question posed by an adult authority figure. It is impressed on their consciousness early on, then, that telling the truth will cause pain. And so they learn that lying is a way to avoid being hurt and hurting others.” Weiterlesen

Embrace your jealousy. Ein Plädoyer auf Eifersucht.

Als ich angefangen habe, mich mit offenen Beziehungen auseinanderzusetzen, war die einzige Message, die ich immer und immer wieder bekommen habe: Eifersucht ist schlecht. Das Ziel sollte sein, mich davon zu befreien, weil alles, was dahintersteht, verwerflich ist. Mein erstes Buch zu dem Thema schaffte es sogar, diese Aussage in Bilder zu fassen. Auf dem Cover war ein Herz zu sehen, umschlungen von stählernen Ketten, versiegelt durch ein mächtiges Schloss. Weiterlesen

Sollte ich häufiger alleine schlafen?

Als ich noch in einer monogamen Zweierbeziehung war und mit meiner Beziehungsperson zusammen gewohnt habe, hat mich die Frage kaum beschäftigt. Es gab ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer. Das ließ nicht besonders viel Raum, um sich die Frage zu stellen, ob man in der kommenden Nacht nicht lieber alleine schlafen möchte. Klar, manchmal ist eine Person weg gefahren und man musste gezwungenermaßen alleine schlafen, aber das hatte recht wenig damit zu tun, dass man sich aktiv für eine Nacht alleine entschieden hat. Weiterlesen

Der Vorteil Jüdisch zu sein an Weihnachten.

Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, war Weihnachten ein großes Fest der Einsamkeit. Während alle meine Freund*innen 3-5 Tage mit Essens- und Geschenk Exzessen verbracht haben, saß ich gelangweilt zu Hause. Hätte ich Hannah Arendts “Jüdische Schriften” mit 13 Jahren schon gekannt, dann hätte ich wenigstens einen Ausdruck für mein Gefühl gekannt: Außenseiterin. Während Arendt sich in ihren Schriften mit einer fehlenden politischen Identität von Jüd*innen auseinandersetzt, wollte ich mich schlichtweg einfach nicht so ausgeschlossen fühlen. Weiterlesen

Warum oute ich mich nicht?

Mit 13 hat meine Mutter mich zwangsgeoutet. Ich wusste nicht einmal selbst, was oder wen oder wieso ich überhaupt begehre. Vor Sorge über meine Suche nach mir selbst, ist sie in meine Privatsphäre eingedrungen, hat sich meiner Gedanken und Gefühle ermächtigt und mich zur Rede gestellt. Zweifelsohne war das einer der schmerzvollsten Momente meiner Jugend. Ein Moment, den ich heute gerne als “den Bruch” in unserer Beziehung bezeichne. Weiterlesen

Warum ist Eifersucht gut und wie kann ich damit umgehen? Part 2

Ich habe Eifersucht schon auf sehr unterschiedliche Weise erlebt. Im letzten Beitrag schrieb ich über mein „ich liege auf dem Boden und bin zutiefst traurig und verzweifelt“ Erlebnis, es gibt aber auch ganz viel dazwischen. Von kurzer Unsicher, über tiefsitzende Ängste, bis hin zu Situationen dich mich an vorherige Situationen erinnern und Traumata triggern. Die Eifersuchtspalette ist reich an Inhaltsstoffen. Ich weiß keinen allgemerin gültigen Umgang mit Eifersucht, das wäre auch ziemlich utopisch, aber ich kann meine Erfahrungen mit euch teilen und vielleicht kann ich sogar dazu beitragen, dass die ein oder andere Person von meinen Gedanken dazu profitiert :). Weiterlesen

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