POLYPLOM

Von der täglichen Kunst polyamore Beziehungen zu führen

Schlagwort: Kommunikation

Eifersucht in Zeiten von Smartphones – besser, schlechter, anders?

Gerade eben bin ich beim Hören von Sex Tapes Podcast – Smartphone Love auf die Verknüpfung von Eifersucht und Smartphones gestoßen und konnte nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken. Plötzlich hatte ich so viele Situationen im Kopf, in denen ich traurig oder ängstlich vor meinem Handy saß und versucht habe, die andere Person zu erreichen. Ich hatte auf einmal die Frage im Kopf, ob mein Handy mich eher dabei unterstützt oder meine Eifersucht in manchen Momenten verschlimmert, weil ich jederzeit und zu jedem Moment in Kontakt treten kann… Weiterlesen

Please follow and like us:

Konfliktstrategien zum ausprobieren

Mir ist vorhin aufgefallen, dass ich schon richtig lange nichts mehr zu Kommunikation geschrieben habe. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich mein Vorhaben den Blog auf Englisch und Deutsch zu gestalten schon zu lange vor mir her schieben. Und weil ich entschieden habe, dass heute ein “ich mache das endlich” Tag ist, kommt hier mein erster Beitrag auf Englisch und Deutsch. Tada! 

Reden ist nicht gleich reden

Ich glaube, dass es in erster Linie wichtig ist Kommunikation weitläufiger als reden zu verstehen. Wenn reden das einzige Mittel der Wahl ist, ist die Palette der Möglichkeiten begrenzt. Irgendwann gelangen viele an ihre Grenzen. Wie geht es dann weiter? Wie kann Kommunikation in Konflikten noch aussehen?  Schreiben, schreiben, schreiben…Ich finde, dass es in Konflikten fast nichts besseres geben kann als zu schreiben. Dabei unterscheide ich zwischen zwei unterschiedlichen Formen:

  1. Schreiben für mich
  2. Schreiben für andere

Klingt banal, aber der Unterschied ist total wichtig. Wenn ich für mich schreibe, dann häufig in dem Bewusstsein, dass niemand jemals diese Sätze lesen wird. Manchmal mache ich das, wenn ich extrem wütend bin und all meiner Wut Raum geben will. Ich verletzte niemanden und gleichzeitig schaffe ich es meine Wut ernst zu nehmen und nicht in mich hinein zu schlucken. Im Gegensatz dazu überlege ich mir häufig mehrmals, was ich schreibe, wenn ich anderen Menschen einen Brief oder einen Text schreibe. Das Nachdenken und formulieren meiner Gedanken und Gefühle hilft mir zum einen zu verstehen, was ich eigentlich ausdrücken will, zum anderen hilft es anderen sich auf mich einzulassen, ohne, dass ich vor ihnen sitze, sie anstarre und möglicherweise mit einer Gesprächspause unter Druck setze. Schreiben entschleunigt. Es gibt einem außerdem die Möglichkeit, dass etwas offen gelegtes keiner Antwort bedarf. Manchmal ist das schwerer, wenn jemand vor einem sitzt und ein besorgtes oder irritiertes Gesicht macht. Die Stille auszuhalten kann schwierig sein – für alle beteiligten. Zum Teil kann es auch helfen ein gemeinsames Büchlein zu führen, indem man anderen Menschen kleine Briefchen hinterlassen kann. Zusätzlich kann man die einzelnen Texte mit Symbolen markieren, die beispielsweise bedeuten “Bitte nur lesen und zur Kenntnis nehmen” oder “Bitte lesen und im Buch antworten” oder aber “bitte lesen und ein Treffen zum reden ausmachen”. Über die Form des Schreiben zu kommunizieren, kann natürlich auch nach hinten los gehen. Alles kann falsch verstanden werden und Wörter anders interpretiert als gedacht. Deswegen an dieser Stelle noch einmal ein Verweis auf meinen Artikel zum Thema Definitionen.

Metakommunikation

Das bringt mich unweigerlich zu dem Punkt von Metakommunikation. Was bedeutet das? Ich bin der Meinung, dass die meisten Konflikte dadurch entstehen, dass Menschen unterschiedliche Ziele haben, wenn sie sich einander mitteilen. Vor ein paar Tagen war ich plötzlich total genervt, als mir jemand in einem Gespräch angefangen hat Ratschläge zu geben. Erst dann hab ich realisiert, dass ich eigentlich nur von einer Situation erzählen wollen und gar keine Meinung dazu hören wollte. Am Anfang eines Gesprächs klar zu stellen, was das Ziel meiner Kommunikation ist kann einem Konflikt zuvor kommen. Die gleiche Strategie ist aber auch ziemlich hilfreich, wenn man sich bereits in einem Konflikt befindet. Wo wollen wir gemeinsam hin? Woran wollen wir arbeiten? Soll es heute um unsere Gefühle zu dem Konflikt gehen oder reden wir über Lösungsideen? Gefühlen Raum zu lassen kann super wichtig sein, vorallem, wenn nur mir klar ist, wie ich mich in der vergangen und der jetzigen Situation fühle. Es kann aber auch hilfreich sein Gespräche über Gefühle und Gespräche über Lösungsideen zu trennen. So lässt man sich genügend Raum für beides.

Unterschiedliche Beziehungsstadien bedeuten unterschiedliche Kommunikation

Wenn Beziehungen sich verändern, dann mit ihnen meistens auch die Kommunikation. Klingt auf den ersten Blick ziemlich logisch, aber in der Realität erhält dieser Punkt wenig Anerkennung. Die wundervolle Kathy Labriola hat vor einiger Zeit in einem Vortrag über die verschiedenen Stadien der Kommunikation gesprochen. Dort unterschied sie zwischen 4 Stadien:

1. honey moon/New Relationship Energy (Flitterwochen/Neue Beziehungsenergie)

Kommunikation ist hier sehr einfach, denn am Anfang ist so viel Aufregung, Verliebtheit und Neugierde im Spiel, dass man in allen Punkten auf der gleichen Wellenlänge zu sein scheint.

2. rude awakening (hartes Erwachen)

Hier führt man erste Diskussionen und Aushandlungsprozesse, die Beziehung scheint nicht mehr magisch zu funktionieren. Beziehungsarbeit wird hier zum ersten Mal Thema und die ersten ernsthaften Diskussionen kommen auf.

3. grow up or break up (werd erwachsen oder trenn dich)

In diesem Stadium beschreibt Kathy Labriola, dass es manchmal gut sein kann sich zu trennen, weil Menschen vielleicht ganz unterschiedliche Vorstellungen von Beziehungen haben. In ihrem Vortrag spricht sie außerdem davon, dass es schön sein kann eine aufregende Liebesaffäre zu haben, aber zu einem Team im Leben zu werden schöner ist. (die Aussage finde ich im übrigen ein bisschen schwierig…denn nicht für alle Menschen ist es schöner eine langfristige und verbindliche Beziehung zu führen). Verliebtsein hält in der Regel nicht für immer an, deswegen wird früher oder später jede Beziehung vor die Entscheidung gestellt, in welche Richtung sie sich begeben will.

4. living in love (in Liebe leben)

Zu diesem Zeitpunkt habt ihr schon einige grundlegende Konflikte miteinander bestritten und an Zuversicht gewonnen, dass ihr Lösungen findet oder die Konflikte bislang klein genug waren, dass ihr damit umgehen konntet. Kathy Labriola beschreibt hier ein Stadium in dem ihrer Meinung nach viele Menschen entweder beschlossen haben zusammen zu leben oder viele Aspekte ihres Lebens miteinander teilen. Man muss über viele Kleinigkeiten reden und sich häufig absprechen. An dieser Stelle beschreibt sie auch, dass viele Beziehungspersonen denken, dass sie ihre Beziehungen so gut kennen, dass sie manchmal vergessen einander zuzuhören und Dinge für selbstverständlich nehmen. Hier treten wiederum andere Konflikte auf.

Ich denke, dass die 4 Stadien unterschiedlich schnell von Menschen durchlebt werden können. Manche würde vielleicht nach ein paar Wochen in das zweite Stadium übergehen, wohingegen andere ein ganzes Jahr in dem Gefühl der Leichtigkeit und Verliebtheit verbringen könnten. Deswegen finde ich es wichtig, dass offen kommuniziert werden kann, wo sich die einzelnen Menschen befinden und welche Art der Konflikte gerade und insbesondere wegen des Beziehungsstadiums auftreten. Seit bereit für die ein oder andere Überraschung, wenn ihr eure Beziehungperson(en) nach ihrer derzeitig wahrgenommenen Phase befragt ;).

Please follow and like us:

Was heißt Sex? Ehrlichkeit? Betrug? fummeln? flirten? allein sein?.. Über die Notwendigkeit von Definitionen.

Je mehr ich drüber nachdenke, umso häufiger fällt mir auf, dass sich die meisten Konflikte in meinen Beziehungen um Definitionen drehen. Vor einiger Zeit musste ich zum Beispiel feststellen, dass eine meiner Beziehungspersonen “alleine sein” nicht notwendigerweise als ein Bedürfnis, sich in ihrem Zimmer oder sonstigen Räumlichkeiten oder Situationen komplett zurück zu ziehen, sieht. Vielmehr ist es für sie die schlichte Voraussetzung, unabhängig von anderen Menschen Entscheidungen treffen zu können, ohne sie mit anderen in irgend einer Form kommunizieren oder absprechen zu müssen oder zu wollen. Der Konflikt entsteht für mich natürlich dann, wenn der Satz “ich würde ganz gerne alleine sein”, ein komplett anderes Bild hervor ruft, als das was meine Partnerin eigentlich meint. Ich stelle mir vor, wie sie alleine in ihrem Zimmer sitzt oder ins Kino geht oder ein Buch liest, stattdessen sitzt sie mit ihrer WG in der Küche und trinkt Wein. Das irritiert und ruft bei mir ein Gefühl von Unehrlichkeit hervor , obwohl es einzig und allein um unterschiedliche Definitionen von Wörtern geht. Klar, seitdem ich das verstanden habe, ist es kein Thema mehr, aber erst einmal zu realisieren, dass es unterschiedliche Definitionen von “allein sein” gibt, das hat einen Moment lang gedauert.

Viele Begriffe die jeden Tag benutzt werden, scheinen für alle so eindeutig und so klar zu sein und gleichzeitig frage ich mich häufig, ob wir wirklich von ein und den selben Dingen sprechen. Sex zum Beispiel. Wann fängt Sex überhaupt an? Und was ist der Unterschied zu fummeln? Wieso gibt’s überhaupt solche Wörter wie “Vorspiel”? Was ist denn dann das “Nachspiel”? Ist es erst “das richtige” Spiel, wenn es um Penetration geht? Oder Orgasmen? Einige Menschen in meinem Leben hatten schon so manch ernüchternden Moment, als sie festgestellt haben wann sie eigentlich zum ersten Mal Sex hatten in ihrem Leben, nachdem sie ihre Definition von Sex hinterfragt und sie nicht nur und ausschließlich an den Akt der Penetration gekoppelt haben. Ein befreundetes Pärchen musste die Erfahrung machen, dass für die eine Person von Sex die Rede ist wenn nackte Körper im Spiel sind, die andere Person hingegen versteht Sex sehr wohl auch im Kontext von bekleideten Körpern und deren Miteinander. Das führte zu Beginn ihrer geöffneten Beziehung zu einem enormen Konflikt als sie feststellen mussten, dass eine von beiden mit anderen Menschen Sex hatte, selbst wenn sie es selbst nicht so definiert hätte.

Ich glaube, dass eine meiner größten Herausforderungen im Kontext von Definition war, dass ich erst einmal verstehen musste, dass Menschen Dinge komplett unterschiedlich verstehen und definieren können. Daraus ergibt sich ein vollkommen anderer Aushandlungsprozess. Dann geht es nicht nur um leere Worthülsen für große Begriffe wie Ehrlichkeit, Sex, Betrug, etc., sondern auch um deren unterschiedliche Auslegung und die Grenzen die damit einher gehen. Was bedeutet es zum Beispiel ehrlich zu sein? Heißt es bedingungslos und uneingeschränkt alles zu teilen? oder einfach nur ehrlich zu antworten, wenn man danach gefragt wird? Ist es okay Dinge zu verschweigen, weil sie nicht relevant sind? Und was ist der Unterschied zwischen der Ehrlichkeit zu sich selbst und Ehrlichkeit zu anderen? Wenn ich weiß was die andere/n Person/en von mir erwarten, wie sie Dinge verstehen und definieren, kann ich unterschiedlich Rücksicht darauf nehmen, selbst wenn ich den Begriff anders beschreiben würde. Je mehr ich weiß, umso einfacher fällt es mir logischerweise mich rücksichtsvoll und respektvoll zu verhalten.

Ich kann nicht die Gedanken meiner Beziehungspersonen lesen, ich kann und will auch nicht ihre Erwartungen und Wünsche von den Lippen ablesen, das ist utopisch und führt nur zu Enttäuschungen. Definitionen schaffen Klarheit. Ich weiß was andere Menschen brauchen, wo sie vielleicht verletzbar und unsicher sind, was ihnen gut tut und wie ich auf sie Rücksicht nehmen kann. Definitionen bedeuten auch viel, viel, viel kommunizieren, sich austauschen, sich selbst kennenlernen und hinterfragen. Klar, es ist einfach, wenn ich mich selbst hinter den Begriffen “Betrug oder Verrat” verstecke, aber es ist ehrlicher, wenn ich auch sagen kann, was genau das für mich bedeutet, wie es sich anfühlt und wie es das nächste mal anders laufen kann.

Viele Begriffe sind in meiner Wahrnehmung sehr allgemein (wie Freiheit) oder negativ vorbelastet (wie Betrug), dass es schwierig macht neutral oder spezifisch über Dinge zu reden. Ich finde es einfacher, wenn ich versuche so spezifisch wie möglich das Gefühl oder die Situation zu beschreiben. Es fühlt sich so an, als ob ich mich hinter Überbegriffen verstecken würde, sie benutzen würde, um eine Emotion oder Stimmung zu kreieren. Klar, es fühlt sich für mich einfacher an, wenn ich einfach so tue, als ob mein Gegenüber und ich die selbe Sache meinen wenn wir über Ehrlichkeit oder Betrug reden, aber letzten Endes ist mir sehr wohl klar, dass das leider nicht so ist. Spätestens wenn ich feststelle, dass ich nach meiner Definition belogen wurde. Spätestens dann kann ich mich auch nicht mehr in der Sicherheit scheinbar gleicher Definitionen wiegen und muss mich damit auseinandersetzen, was es eigentlich für mich bedeutet belogen zu werden.

Definitionen sind alles andere als einfach. Ich kann bis heute nicht genau definieren, was für mich Sex bedeutet (und wann er anfängt) oder flirten, aber immerhin kann ich inzwischen sagen, was z.B. Ehrlichkeit für mich ausmacht, wie ich alleine sein definieren und was ich unter Freiheit in Beziehungen verstehe. Ich weiß, dass ich manchmal an Definitionen und Begriffen hängen bleibe und viel und lange darüber reden kann. Ich weiß auch, dass ich damit schon so manch einer Person gewaltig auf die Nerven gegangen bin. Ich weiß aber auch, dass es sich für mich immer sehr bereichernd und gut angefühlt hat, wenn ich wusste was ich eigentlich sagen will und was ich eigentlich brauche. Definitionen bleiben für mich also der Dreh und Angelpunkt einer guten Kommunikation.

Please follow and like us:

Das kleine 1×1 der Kommunikation..und wieso ist das eigentlich so verdammt schwer?

 

Ich finde es grundsätzlich unglaublich schwer meine eigenen Bedürfnisse ehrlich zu kommunizieren. Viele Leute um mich herum scheinen es als keine all zu schwere Aufgabe zu betrachten, einfach ehrlich und klar zu kommunizieren, was sie wollen und was sie nicht, was sie sich erhoffen und was nicht und welche Erwartungen damit verbunden sein könnten. Mir fällt das viel schwerer. Über die letzten Jahre habe ich für mich selbst herausgefunden, dass sich meine Kommunikation innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen und vorallem in Polybeziehungen, häufig zwischen zwei Punkten bewegt: Grenzen und Definitionen von Begriffen. Wieso für mich beides so wichtig geworden ist, werde ich in den nachfolgenden Beiträgen weiter ausführen.

Inzwischen weiß ich, dass es mir leichter fällt Gespräche offen und ehrlich zu führen, wenn sie auf eine bestimmte Art und Weise strukturiert sind. Vor einem Klärungsgespräch oder ähnlichem, finde ich es beispielsweise gut, wenn ich mich selbst frage: Was ist der Sinn und Zweck des ganzen Gespräches? Ist es einfach nur eine Info, will ich diskutieren, will ich es später bereden, will ich, dass sich die andere Person Gedanken darüber macht und jetzt erst einmal nichts dazu sagt? Im Gespräch selbst hat es mir geholfen, wenn ich versuche so klar wie möglich meine eigenen Wünsche zu kommunizieren. Wie können wir es nächstes mal besser machen? Klare Wünsche zu kommunizieren kann schwerer sein als man meint. Mir fällt es dabei besonders schwer präzise zu äußern, was ich eigentlich sagen will. Viele von meinen Gedanken spielen sich in einzelnen Emotionen und Gefühlen ab, da kann ich meistens nicht klar eine Sache oder eine konkrete Situation benennen. Und zu guter Letzt: Wie können wir versuchen den unterschiedlichen Wünschen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken? Wo ist die Mitte? Wie weit können wir aufeinander zugehen, dass es sich für alle gut anfühlt?

Das hört sich alles so schön einfach an, wenn ich es mir durch den Kopf gehen lasse und in diesem Beitrag verewige. Die Wahrheit ist leider, dass ich mich noch viel zu häufig über mich selbst ärgere. Manchmal gerne noch klarer sagen wollen würde, was ich eigentlich brauche, meine und will. Die Realität ist leider manchmal nicht so sanft und fluffig, wie ich sie mir wünschen würde. Sie schmeckt nun mal nicht immer wie ein saftiger Schokokuchen. Dafür habe ich unter bestimmten Umständen Angst, dass ich Menschen verletzte die mir wichtig sind. Sie zurückweise oder selbst Ablehnung erfahre. Vielleicht sogar für meine Bedürfnisse als komisch oder seltsam gesehen werde. Die Wahrheit ist leider, dass es immer besser ist ehrlich zu sein. Sowohl zu sich selbst, als auch zu anderen. Jede Situation, die ich mit Unwahrheiten weniger schlimm, weniger konfrontativ, weniger “gefährlich” oder beängstigend machen wollte, ist im Endeffekt viel schlimmer geworden. Es hat immer dazu geführt, dass ich andere Menschen verletzt habe, weil ich nicht ehrlich war und noch dazu, die Sache selbst, durch die Lüge an ungewollter Bedeutung gewonnen hat. Noch dazu kommen in Polybeziehungen so viele unterschiedliche Bedürfnisse und Gefühle und Gedanken zusammen, dass meiner Meinung nach mit Kommunikation alles steht oder fällt. So wie in jeder anderen Beziehung eigentlich auch.

Über die Zeit habe ich jeden Falls angefangen mir kleine Regeln zu setzen. Klar, ich halte sie mal mehr, mal weniger ein. Mal ist mir auch komplett bewusst, dass ich gerade all meine Vorsätze über den Haufen werfe – mit Schwung. Manchmal ist es mir auch erst im Nachhinein bewusst. Und ganz selten, wenn ich mich selbst kurz zurück nehme und einen Moment lang nicht mit Anlauf auf jedes möglicherweise stürmische oder aufwühlende oder schwierige Gespräch zurenne, dann erinnere mich mich an folgende Regeln:

 

  1. Ich-Botschaften machen einiges wirklich einfacher 😉
  2. Keine ernsthaften Beziehungsgespräche anfangen, wenn man kurz davor ist schlafen  zu gehen und sowieso schon müde ist.
  3. Auf Alkohol und unter dem Einfluss anderer Drogen ist auch nie eine gute Idee.
  4. 5 Minuten Pause hilft, wenn die Emotionen und Gedanken sich zu überschlagen scheinen und nur noch in Vorwürfen und Anschuldigungen gesprochen wird.
  5. Keine Verallgemeinerungen. Es ist selten schon immer alles schlecht oder negativ.
  6. Nur weil es sich zuerst scheiße anfühlt, heißt es nicht, dass es auch scheiße bleibt.
  7. Kommunizieren, wenn ich nicht sofort bereit über etwas zu reden/zu antworten und mir Zeit nehmen in Ruhe über Dinge nachzudenken, anstatt vorschnell zu antworten.
  8. Erwartungen kommunizieren. Ich kann nicht wissen, was andere wollen und andere nicht, was ich will.
  9. Nur, weil ich auf eine bestimmte Art und Weise über etwas denke und fühle, bedeutet das nicht, dass mein Gegenüber die Situation identisch wahrnimmt.
  10. Ultimaten lassen keinen Raum, um über Dinge zu verhandeln und haben in der Regel nur dazu geführt, dass sich meine Parter*innen in ihrer Freiheit zu Handeln beraubt gefühlt haben und viel viel Drama entstanden ist..entweder ich kann mich darauf einlassen über Dinge zu reden oder ich kann es nicht.

 

Fühlt euch bitte frei, Nr. 11,12,13,etc. zu ergänzen! Ich bin mir sicher, dass es noch ganz viele weitere tolle Vorsätze oder selbstgesetzte Regeln gibt, die unter anderem mich brennend interessieren würden 🙂

Please follow and like us:

© 2018 POLYPLOM

Theme von Anders NorénHoch ↑