POLYPLOM

Von der täglichen Kunst polyamore Beziehungen zu führen

Schlagwort: Liebe

Absprachen revisited. Welche haben gut funktioniert und was würde ich anders machen?

Seit einiger Zeit werde ich immer mal wieder gefragt, welche Absprachen für mich gut funktioniert haben und welche nicht. Was würde ich anders machen? Was fand ich nicht  so gut? Ich will ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und ein paar Erfahrungen von mir und von anderen Menschen, die an mich herangetragen wurden, mit euch teilen. Weiterlesen

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Beziehungen öffnen – wo fange ich an?

Ich weiß, ich weiß, nicht alle Menschen kommen irgendwann an den Punkt an dem sie etwas “zu öffnen” haben. Viele Haben schon ewig nicht-monogame Beziehungen und mussten noch nie etwas öffnen. Andere kommen vielleicht in bestehende Beziehungen dazu oder bezeichnen sich als Solo oder Single Poly. Und wiederum andere mögen den Ausdruck “offen” nicht, er suggeriert etwas zwangsläufig positives, lieber ist ihnen “nicht-monogame Beziehungen”. Weiterlesen

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Konfliktstrategien zum ausprobieren

Mir ist vorhin aufgefallen, dass ich schon richtig lange nichts mehr zu Kommunikation geschrieben habe. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich mein Vorhaben den Blog auf Englisch und Deutsch zu gestalten schon zu lange vor mir her schieben. Und weil ich entschieden habe, dass heute ein “ich mache das endlich” Tag ist, kommt hier mein erster Beitrag auf Englisch und Deutsch. Tada! 

Reden ist nicht gleich reden

Ich glaube, dass es in erster Linie wichtig ist Kommunikation weitläufiger als reden zu verstehen. Wenn reden das einzige Mittel der Wahl ist, ist die Palette der Möglichkeiten begrenzt. Irgendwann gelangen viele an ihre Grenzen. Wie geht es dann weiter? Wie kann Kommunikation in Konflikten noch aussehen?  Schreiben, schreiben, schreiben…Ich finde, dass es in Konflikten fast nichts besseres geben kann als zu schreiben. Dabei unterscheide ich zwischen zwei unterschiedlichen Formen:

  1. Schreiben für mich
  2. Schreiben für andere

Klingt banal, aber der Unterschied ist total wichtig. Wenn ich für mich schreibe, dann häufig in dem Bewusstsein, dass niemand jemals diese Sätze lesen wird. Manchmal mache ich das, wenn ich extrem wütend bin und all meiner Wut Raum geben will. Ich verletzte niemanden und gleichzeitig schaffe ich es meine Wut ernst zu nehmen und nicht in mich hinein zu schlucken. Im Gegensatz dazu überlege ich mir häufig mehrmals, was ich schreibe, wenn ich anderen Menschen einen Brief oder einen Text schreibe. Das Nachdenken und formulieren meiner Gedanken und Gefühle hilft mir zum einen zu verstehen, was ich eigentlich ausdrücken will, zum anderen hilft es anderen sich auf mich einzulassen, ohne, dass ich vor ihnen sitze, sie anstarre und möglicherweise mit einer Gesprächspause unter Druck setze. Schreiben entschleunigt. Es gibt einem außerdem die Möglichkeit, dass etwas offen gelegtes keiner Antwort bedarf. Manchmal ist das schwerer, wenn jemand vor einem sitzt und ein besorgtes oder irritiertes Gesicht macht. Die Stille auszuhalten kann schwierig sein – für alle beteiligten. Zum Teil kann es auch helfen ein gemeinsames Büchlein zu führen, indem man anderen Menschen kleine Briefchen hinterlassen kann. Zusätzlich kann man die einzelnen Texte mit Symbolen markieren, die beispielsweise bedeuten “Bitte nur lesen und zur Kenntnis nehmen” oder “Bitte lesen und im Buch antworten” oder aber “bitte lesen und ein Treffen zum reden ausmachen”. Über die Form des Schreiben zu kommunizieren, kann natürlich auch nach hinten los gehen. Alles kann falsch verstanden werden und Wörter anders interpretiert als gedacht. Deswegen an dieser Stelle noch einmal ein Verweis auf meinen Artikel zum Thema Definitionen.

Metakommunikation

Das bringt mich unweigerlich zu dem Punkt von Metakommunikation. Was bedeutet das? Ich bin der Meinung, dass die meisten Konflikte dadurch entstehen, dass Menschen unterschiedliche Ziele haben, wenn sie sich einander mitteilen. Vor ein paar Tagen war ich plötzlich total genervt, als mir jemand in einem Gespräch angefangen hat Ratschläge zu geben. Erst dann hab ich realisiert, dass ich eigentlich nur von einer Situation erzählen wollen und gar keine Meinung dazu hören wollte. Am Anfang eines Gesprächs klar zu stellen, was das Ziel meiner Kommunikation ist kann einem Konflikt zuvor kommen. Die gleiche Strategie ist aber auch ziemlich hilfreich, wenn man sich bereits in einem Konflikt befindet. Wo wollen wir gemeinsam hin? Woran wollen wir arbeiten? Soll es heute um unsere Gefühle zu dem Konflikt gehen oder reden wir über Lösungsideen? Gefühlen Raum zu lassen kann super wichtig sein, vorallem, wenn nur mir klar ist, wie ich mich in der vergangen und der jetzigen Situation fühle. Es kann aber auch hilfreich sein Gespräche über Gefühle und Gespräche über Lösungsideen zu trennen. So lässt man sich genügend Raum für beides.

Unterschiedliche Beziehungsstadien bedeuten unterschiedliche Kommunikation

Wenn Beziehungen sich verändern, dann mit ihnen meistens auch die Kommunikation. Klingt auf den ersten Blick ziemlich logisch, aber in der Realität erhält dieser Punkt wenig Anerkennung. Die wundervolle Kathy Labriola hat vor einiger Zeit in einem Vortrag über die verschiedenen Stadien der Kommunikation gesprochen. Dort unterschied sie zwischen 4 Stadien:

1. honey moon/New Relationship Energy (Flitterwochen/Neue Beziehungsenergie)

Kommunikation ist hier sehr einfach, denn am Anfang ist so viel Aufregung, Verliebtheit und Neugierde im Spiel, dass man in allen Punkten auf der gleichen Wellenlänge zu sein scheint.

2. rude awakening (hartes Erwachen)

Hier führt man erste Diskussionen und Aushandlungsprozesse, die Beziehung scheint nicht mehr magisch zu funktionieren. Beziehungsarbeit wird hier zum ersten Mal Thema und die ersten ernsthaften Diskussionen kommen auf.

3. grow up or break up (werd erwachsen oder trenn dich)

In diesem Stadium beschreibt Kathy Labriola, dass es manchmal gut sein kann sich zu trennen, weil Menschen vielleicht ganz unterschiedliche Vorstellungen von Beziehungen haben. In ihrem Vortrag spricht sie außerdem davon, dass es schön sein kann eine aufregende Liebesaffäre zu haben, aber zu einem Team im Leben zu werden schöner ist. (die Aussage finde ich im übrigen ein bisschen schwierig…denn nicht für alle Menschen ist es schöner eine langfristige und verbindliche Beziehung zu führen). Verliebtsein hält in der Regel nicht für immer an, deswegen wird früher oder später jede Beziehung vor die Entscheidung gestellt, in welche Richtung sie sich begeben will.

4. living in love (in Liebe leben)

Zu diesem Zeitpunkt habt ihr schon einige grundlegende Konflikte miteinander bestritten und an Zuversicht gewonnen, dass ihr Lösungen findet oder die Konflikte bislang klein genug waren, dass ihr damit umgehen konntet. Kathy Labriola beschreibt hier ein Stadium in dem ihrer Meinung nach viele Menschen entweder beschlossen haben zusammen zu leben oder viele Aspekte ihres Lebens miteinander teilen. Man muss über viele Kleinigkeiten reden und sich häufig absprechen. An dieser Stelle beschreibt sie auch, dass viele Beziehungspersonen denken, dass sie ihre Beziehungen so gut kennen, dass sie manchmal vergessen einander zuzuhören und Dinge für selbstverständlich nehmen. Hier treten wiederum andere Konflikte auf.

Ich denke, dass die 4 Stadien unterschiedlich schnell von Menschen durchlebt werden können. Manche würde vielleicht nach ein paar Wochen in das zweite Stadium übergehen, wohingegen andere ein ganzes Jahr in dem Gefühl der Leichtigkeit und Verliebtheit verbringen könnten. Deswegen finde ich es wichtig, dass offen kommuniziert werden kann, wo sich die einzelnen Menschen befinden und welche Art der Konflikte gerade und insbesondere wegen des Beziehungsstadiums auftreten. Seit bereit für die ein oder andere Überraschung, wenn ihr eure Beziehungperson(en) nach ihrer derzeitig wahrgenommenen Phase befragt ;).

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Warum wir eine Definition von „lieben“ brauchen.

Im Dezember 1997 lief der Film „Titanic“ zum aller ersten Mal in den Kinosälen der Vereinigten Staaten. Ein Jahr später ist er der erste Film, der über eine Milliarde US-Dollar eingespielt hat und bis 2009 stand er sogar auf dem ersten Platz in der Liste der erfolgreichsten Filme. Bis ich 17 war, hatte ich den Film bereits mehrere Male gesehen. Jedes Mal in der Hoffnung, dass Jack seinem tragischen Schicksal entkommen kann. Und jedes Mal auf absurde Art und Weise enttäuscht, dass er exakt den gleichen Tod stirbt. Auf 194 Minuten entfaltete sich vor meinen Teenager Augen „wahre Liebe“. Er, aus unpriviligierten Verhältnisse, trifft sie, aus einer sehr wohlhabenden Familie und eine große Liebesgeschichte beginnt.

Sogar in der Schule zeigte man uns den Film. Er sollte wohl eine Art Äquivalent zum Sexualkundeunterricht darstellen. Ganz nach dem Motto: „Jetzt wisst ihr, wie man Sex hat, also können wir auch in 194 Minuten das Thema Liebe behandeln“. Unabhängig davon, dass ich mir gewünscht hätte eine Definition von Sex zu hören, die sich nicht ausschließlich auf „Vorspiel“ und Penetration beschränkt, wäre es auch wünschenswert gewesen, eine realistische Vorstellung davon zu bekommen, was eigentlich Liebe ist. Und wie liebe ich jemanden?

Ich wuchs, wie viele andere vermutlich auch, mit einem Mysterium auf. Liebe kann alles oder nichts sein. Alle wollen lieben, aber niemand weiß so richtig was das bedeutet. Wie auch? Selten hat mich jemand gefragt „Was verstehst du eigentlich darunter?“. In den meisten Fällen wurde das Wissen voraus gesetzt. Als wäre es mit uns zur Welt gekommen. Ganz selbstverständlich. Dabei lernen wir laufen, essen und meistens mindestens eine Sprache. Wieso lernen wir nicht zu lieben?

Weil es verlockend ist Liebe für undefinierbar zu halten. Solange unausgesprochen bleibt, was genau wir darunter verstehen, bleibt es geheimnisvoll und passt in unser Verständnis von Liebe und Romantik. Wenn es um Liebe geht, wird alles versucht zu deuten, es entsteht eine ganz eigene Sprache. Das fängt schon bei dem ersten Date an. Ob es gut lief oder nicht, das entscheidet sich meistens anhand der Körpersprache, non-verbale Kommunikation ist hier angesagt, den Konsens laut auszusprechen empfinden viele als Stimmungskiller. So geht es häufig weiter. Im Bett kommunizieren, wo meine Grenzen sind, was sich gut anfühlt oder nicht, das kostet die meisten Menschen Überwindung. Und sollten wir uns dazu entscheiden Beziehungen(en) zu führen, wird selbst dort zu wenig darüber geredet, was wir eigentlich unter einer Beziehung verstehen.

Letztlich geht es um Definitionen und deren Wirkungsmacht. Es ist schwierig über die Kunst zu lieben zu reden, wenn es gar nicht um das Verb „lieben“ und somit eine aktive Handlung, sondern um das Substantiv „Liebe“ geht, mit dem alles mögliche gemeint sein kann. Jemanden zu lieben ist eine aktive Handlung, ich bin nicht geleitet von meinen zügellosen Emotionen, die mich dazu nötigen Menschen in meinem Leben zu lieben. Ich habe mich selbst dazu entschlossen, dass ich mich auf dieses Abenteuer einlassen will, ich wurde nicht gezwungen. Liebe kann alles sein oder wie es die Definition im Duden so schön ausdrückt: „starkes Gefühl des Hingezogenseins; starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem [nahestehenden] Menschen“. Klar, jemanden zu lieben hat häufig auch mit Zuneigung und Hingezogensein zu tun, aber nicht in erster Linie und besonders nicht als Grundlage für liebende Beziehungen.

Jemanden zu lieben ist Arbeit und es ist eine Kunst, wie Erich Fromm in seinem Buch „Die Kunst des Liebens“ ausführt. Dort schreibt er „wenn wir lernen wollen zu lieben, müssen wir genauso vorgehen, wie wir das tun würden, wenn wir irgendeine andere Kunst, zum Beispiel Musik, Malerei, das Tischlerhandwerk oder die Kunst der Medizin lernen wollten“.

Wir brauchen klare Definitionen, um über die Dinge die wir empfinden zu reden. Eine Definition verstehe ich dabei als Rahmen, der uns nicht von vornherein darauf festlegt, wen wir lieben dürfen und wen nicht. Vielmehr macht er es uns möglich, liebende Handlungen als solche zu verstehen und erwidern zu können. Im Gegensatz dazu zeichnet unser Verständnis von Liebe häufig ein Bild von „fluffig-leichter-Ponyhof“. Alles ist einfach und schön, und alles bleibt in Zukunft auch einfach und schön.

Die Wahrheit ist, dass lieben eine Herausforderung ist, weil ich Menschen, die ich liebe, so liebe wie sie sind, mit all ihren Wünschen und Träumen und Bedürfnissen. Das bedeutet für mich aber auch, dass ich sie dabei unterstützen will, so zu werden wie sie das möchten und sich zu den Menschen zu entwickeln, die sie sein wollen. Für den Anfang kann uns dabei die Definition von Scott Peck aus dem Buch „The Road Less Travelled“ eine große Hilfe sein. Dort definiert er lieben als „the will to extend one’s self for the purpose of nurturing one`s own or another’s spiritual growth“. („Der Wille, für den Zweck seines eigenen oder dem eines anderen geistigen Wachstums, über sich hinaus zu wachsen“). Liebende Beziehungen helfen uns dabei uns selbst besser kennenzulernen, weil sie Grenzen aufzeigen und uns einen Spiegel vorhalten. Ich muss erst einmal ehrlich zu mir selbst sein, um ehrlich zu anderen sein zu können und so lerne ich mich kennen. Wenn wir also über lieben reden wollen, dann kann es helfen ein Verständnis davon zu haben, was wir eigentlich meinen.

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Über das Geheimnis langanhaltender Beziehungen und wofür ich dir nach 6 gemeinsamen Jahren dankbar bin.

Vor 6 Jahren lag ich in einem Bett und habe die Frage der Fragen gestellt “willst du mit mir zusammen sein?”. Ich war ziemlich jung und ziemlich unerfahren, was Beziehungen führen anging. Ehrlich gesagt, ich hatte absolut keine Ahnung von Beziehungen. Zu dem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass es etwas schönes ist und etwas, was sich schön anfühlt, wollte ich behalten. Deswegen wollte ich diese Beziehung, weil sie mir gut getan hat.

Vieles ist seitdem passiert. Und vieles hat sich alles andere als schön und fluffig und weich angefühlt. Ich wurde verletzt und ich habe verletzt. Ich habe auch ziemlich viel gelitten und mich sehr verändert. Ich habe gelogen und war mehrfach davor zu sagen, dass ich das alles nicht mehr möchte. Ich habe mich durch dich kennengelernt, das wahre Ich, nicht die Person die ich mal vorgegeben habe zu sein oder die, von der ich dachte, dass ich sie sein müsste. Ich habe den Schmerz der Veränderung ausgehalten. Ich wäre fast daran zerbrochen. Ich habe erfahren, was es bedeutet Wahrheiten zu ertragen und gespürt, wie schwer es eigentlich sein kann ehrlich zu sein. Ich hatte sehr viel Angst. Und ich habe immer noch Angst, wenn ich daran denke, wie wichtig du mir als Mensch bist.

Die letzten 6 Jahren waren alles andere als einfach und ich denke, dass ich erst jetzt so langsam anfangen zu begreifen, was es eigentlich bedeutet in einer committed (entschuldigt, ich finde das deutsche Wort “verbindlich” oder “fest” nicht passend) Beziehung zu sein. Wir haben uns nicht magisch und von Zauberhand verändert, das war kein selbsterklärender Prozess. Jemanden zu lieben ist viel Arbeit, das habe ich nach und nach begreifen müssen. Um genau zu sein, ich musste es erlernen, weil jemanden zu lieben eine Kunst ist. Sich zu öffnen und anzuvertrauen, beutetet sich nackt zu machen. Es gibt keinen Ort des Versteckens mehr, ich komm nicht umher mich selbst zu sehen und genau das kann so angsteinflößend sein.

Die Wahrheit ist, dass lieben eine Herausforderung ist, weil ich Menschen, die ich liebe, so liebe wie sie sind, mit all ihren Wünschen und Träumen und Bedürfnissen. Das bedeutet für mich aber auch, dass ich sie dabei unterstützen will, so zu werden wie sie das möchten und sich zu den Menschen zu entwickeln, die sie sein wollen. In John Welwoods Worten ausgedrückt: “seeing and loving them for who they could be, and for who we could become under their influence”. Ich glaube, dass liebende Beziehungen, welcher Form auch immer, dazu beitragen, dass wir uns in einer bestimmten Art und Weise entwickeln können. Sich einer anderen Person gegenüber zu öffnen, ist wie einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Ich muss erst einmal ehrlich zu mir selbst sein, um ehrlich zu anderen sein zu können und so lerne ich mich kennen. Du hast mir dabei geholfen mich selbst zu finden oder um es in bell hooks Worten auszudrücken “we are committed to being changed, to being acted upon by the beloved in a way that enables us to be more fully self-actualized”.

Ich weiß inzwischen, dass ich mich nicht darauf verlassen kann, dass Beziehungen gleich bleiben und, dass es immer schön sein wird oder einfach oder fluffig und weich, aber ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass wir einander mit Respekt begebenen werden und Arbeit und Zeit investieren, um uns zu lieben. Ich will mich nicht verstecken oder aus Angst vor zu viel Intimität davon laufen, weil ich letzten Endes vor mir selbst fliehen würde. Ich glaube, dass wir uns erst nackt machen müssen, um uns selbst verändern zu können und ich bin mir unsicher, ob die Art von Veränderung, ohne eine liebende, enge, vertraute und intime Beziehung, welcher Art auch immer, möglich ist. Genau aus diesem Grund bin ich die für die letzten 6 Jahre dankbar. Danke, dass du mich dabei unterstützt hast, die Person zu werden, die ich sein will. Mit all meinen seltsamen und nervigen Eigenschaften. Danke, dass du mich liebst so wie ich bin und ich ein Teil deines Lebens sein darf. Danke für die letzten 6 Jahre.

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Ist es immer besser ehrlich zu sein?

Ich bin vor einigen Tagen über folgendes Zitat aus dem Buch “all about love” von bell hooks gestolpert:

“Lots of people learn how to lie in childhood. Usually they begin to lie to avoid punishment or to avoid disappointing or hurting an adult. How many of us can vividly recall childhood moments where we courageously practiced the honesty we had been taught to value by our parents, only to find that they did not really mean for us to tell the truth all the time. In far too many cases children are punished in circumstances where they respond with honesty to a question posed by an adult authority figure. It is impressed on their consciousness early on, then, that telling the truth will cause pain. And so they learn that lying is a way to avoid being hurt and hurting others.” Weiterlesen

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Embrace your jealousy. Ein Plädoyer auf Eifersucht.

Als ich angefangen habe, mich mit offenen Beziehungen auseinanderzusetzen, war die einzige Message, die ich immer und immer wieder bekommen habe: Eifersucht ist schlecht. Das Ziel sollte sein, mich davon zu befreien, weil alles, was dahintersteht, verwerflich ist. Mein erstes Buch zu dem Thema schaffte es sogar, diese Aussage in Bilder zu fassen. Auf dem Cover war ein Herz zu sehen, umschlungen von stählernen Ketten, versiegelt durch ein mächtiges Schloss. Weiterlesen

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Der Vorteil Jüdisch zu sein an Weihnachten.

Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, war Weihnachten ein großes Fest der Einsamkeit. Während alle meine Freund*innen 3-5 Tage mit Essens- und Geschenk Exzessen verbracht haben, saß ich gelangweilt zu Hause. Hätte ich Hannah Arendts “Jüdische Schriften” mit 13 Jahren schon gekannt, dann hätte ich wenigstens einen Ausdruck für mein Gefühl gekannt: Außenseiterin. Während Arendt sich in ihren Schriften mit einer fehlenden politischen Identität von Jüd*innen auseinandersetzt, wollte ich mich schlichtweg einfach nicht so ausgeschlossen fühlen. Weiterlesen

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