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Von der täglichen Kunst polyamore Beziehungen zu führen

Schlagwort: Polyamorie (Seite 1 von 3)

Leben vs. Blog und sowas in der Art

Es ist ein paar Monate her, seit ich das letzte Mal einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlicht habe. Es gab einige Momente, da wollte ich es wirklich angehen, mich endlich wieder an den PC setzen und eine erzählenswerte Geschichte oder einen spannenden Gedanken aus meiner polyamoren Alltag mit euch teilen. Und doch hab ich es nicht gemacht. Vor 2,5 Jahren habe ich mit meinem Blog angefangen, seitdem hat sich einiges verändert. Anfangs war ich beschwingt von der Idee, dass dort Menschen sind, denen ich Unterstützung bieten kann, denen es ähnlich wie mir geht oder ging. Die nachvollziehen können, wie ich empfinde, dem etwas abgewinnen können. Ich war froh, wenn ich gemerkt habe, dass es Menschen gibt, die mir folgen, die mich anschreiben oder um Rat bitten. Ich mag den Austausch, ich mag es in andere Städte zu fahren, Poly-Communities kennenzulernen, von ihnen zu lernen und uns gegenseitig zu bereichern. Weiterlesen

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2 Gedanken gegen Primär- und Sekundärbeziehungen.

Eigentlich hab ich mir vor einiger Zeit vorgenommen mindestens ein Mal im Monat einen Beitrag auf meinem Blog zu veröffentlichen…gerade bringt mich selbst das ein bisschen an meine Grenzen. Die letzten Wochen und Monate waren ziemlich aufregend. Ich hab zum ersten Mal einen Vortrag vor 250 Menschen gehalten und über meine Erfahrungen aus den letzten 5 Jahren als Poly lebende Person berichtet. Ich war in unterschiedlichen Städten unterwegs, hab Einzel-Workshops geführt und sehr sehr sehr viel über Beziehungen geredet. Aus all diesen Erfahrungen der letzten Monate sind ein paar Gedanken zum Thema Primär- und Sekundärbeziehungen entwachsen, die ich gerne mit euch teilen würde. Dies ist meine Perspektive darauf, es gibt sehr viele andere, aber mir ist es wichtig, dass ich mich dazu positioniere, weil ich das Gefühl hatte, dass ich immer häufiger dazu gefragt werde. Weiterlesen

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Warum ich Widersprüche mag, und was sie mit Polyamorie zu tun haben

Seit ich in Deutschland lebe, bin ich eigentlich von Widersprüchen umgeben. Story of my life gewissermaßen. Ich bin seit meinem 8ten Lebensjahr in einem Land groß geworden, in dem ich bis vor ca. 70 Jahren noch umgebracht worden wäre. Soweit ich weiß, hat meine Familie keine Verwandten in Deutschland oder anderen Ländern gehabt, in denen Jud*innen ermordet wurden… Weiterlesen

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Eifersucht in Zeiten von Smartphones – besser, schlechter, anders?

Gerade eben bin ich beim Hören von Sex Tapes Podcast – Smartphone Love auf die Verknüpfung von Eifersucht und Smartphones gestoßen und konnte nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken. Plötzlich hatte ich so viele Situationen im Kopf, in denen ich traurig oder ängstlich vor meinem Handy saß und versucht habe, die andere Person zu erreichen. Ich hatte auf einmal die Frage im Kopf, ob mein Handy mich eher dabei unterstützt oder meine Eifersucht in manchen Momenten verschlimmert, weil ich jederzeit und zu jedem Moment in Kontakt treten kann… Weiterlesen

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Lügen fressen Kraft oder Warum Polyamorie Ehrlichkeit in Beziehungen erleichtert.

 

Wer gut lügen will, braucht zwei wesentliche Qualitäten. Zum einen sollte der eigene Körper schon eher eure*r Verbündete*r sein. Es ist nicht von Vorteil, wenn er plötzlich anfängt rot zu werden, wild zu transpirieren oder nervös von einem Fuß auf den anderen zu hüpfen… Weiterlesen

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In der Mitte zwischen zwei Beziehungen – Wie läuft das eigentlich so?

Als ich zwei Beziehungen angefangen habe, wusste ich nicht so richtig, ob ich das überhaupt kann. Nicht emotional, ich war mir schon sicher, dass ich das vertrage. Ihr müsst wissen, dass ich ein ziemlich empfindsamer Mensch mit jeder Menge Emotionen bin, dementsprechend hat es nicht daran gelegen. Ich war mir logistisch einfach nicht sicher. Wie soll ich das hinkriegen? Weiterlesen

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Absprachen revisited. Welche haben gut funktioniert und was würde ich anders machen?

Seit einiger Zeit werde ich immer mal wieder gefragt, welche Absprachen für mich gut funktioniert haben und welche nicht. Was würde ich anders machen? Was fand ich nicht  so gut? Ich will ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und ein paar Erfahrungen von mir und von anderen Menschen, die an mich herangetragen wurden, mit euch teilen. Weiterlesen

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Für mich? Für dich? Für uns? Für wen bin ich hier eigentlich verantwortlich?

Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen. Klar, ich bin in erster Linie für mich selbst verantwortlich. Ich bin zum Beispiel für meinen Körper verantwortlich. Wie ich ihn jeden Tag aufs neue einkleide und mir überlege wie ich der Binarität die Stirn bieten kann. Weiterlesen

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Beziehungen öffnen – wo fange ich an?

Ich weiß, ich weiß, nicht alle Menschen kommen irgendwann an den Punkt an dem sie etwas “zu öffnen” haben. Viele Haben schon ewig nicht-monogame Beziehungen und mussten noch nie etwas öffnen. Andere kommen vielleicht in bestehende Beziehungen dazu oder bezeichnen sich als Solo oder Single Poly. Und wiederum andere mögen den Ausdruck “offen” nicht, er suggeriert etwas zwangsläufig positives, lieber ist ihnen “nicht-monogame Beziehungen”. Weiterlesen

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Auf der Suche nach meiner eigenen Exklusivität.

Unerwarteterweise hat mich das Sommerloch härter erwischt als ich hätte ahnen können. Fast 2 Monate hab ich jetzt nichts mehr auf meinem Blog veröffentlich, dabei ist so viel passiert! Die Babypläne schreiten in großen Schritten voran, erste Um- und Einzugspläne sind in der Verwirklichungsphase, ich werde bald meine ersten “Beziehungen öffnen – wo fange ich an?” Workshops geben und kommenden Donnerstag führt der Blog Sextapes-podcast ein Interview mit mir. Super aufregend das alles und ich will euch in nächster Zeit mehr davon berichten.

Eins nach dem andern.

Heute geht es in meinem Beitrag um das Thema Exklusivität. In der Vorbereitung auf den offenen Beziehungsworkshop, hab ich intensiv meine ersten Jahre und Erfahrungen mit nicht-monogamen Beziehungen Revue passieren lassen. Dabei bin ich häufiger bei dem Thema Exklusivität hängen geblieben, weil ich mich daran erinnert habe, dass es besonders hart für mich war den Bereich der sexuellen Exklusivität zu verlieren (damals ging es ausschließlich darum mit anderen Menschen sexuelle Begegnungen zu haben, von Gefühlen war noch nicht die Rede ;)). Mein erstes Gefühl damals war “wenn meine Beziehungsperson Sex mit anderen haben will, dann stimmt etwas mit unserer Beziehung nicht“. Ich war zunächst sehr skeptisch und verletzt und traurig, zu dem Zeitpunkt hatte ich mir selbst noch nicht eingestanden, dass ich selbst super neugierig war und mich nur nicht getraut hatte den gleichen Schritt zu wagen wie meine Beziehungsperson: das Thema offene Beziehung anzusprechen.

Ich empfand es als eine große Herausforderung dieses Verständnis von Exklusivität gewissermaßen aufzulockern, denn über all dem stand für mich die Frage: Kann es nur eine Exklusivität geben?

Für mich war es total wichtig meine Beziehung(en) genau unter die Lupe zu nehmen und für mich persönlich zu definieren, was ich daran als exklusiv verstehen möchte und welche Exklusivität ich bereit bin gewissermaßen “aufzugeben”. Dabei hab ich bemerkt, dass ich total viel Sicherheit über geteilte Erinnerungen und gemeinsam erlebte Lebenszeit erfahre. Das ist für mich etwas sehr exklusives und dieses Gefühl erfahre ich in der Intensität nur mit meinen Beziehungspersonen. Deswegen wollte ich zum Beispiel auch noch nie eine “Don’t ask, don’t tell” Beziehung haben, weil ich dann das Gefühl hätte, einen wichtigen Teil in dem Leben meiner Beziehungspersonen nicht mitzubekommen und gleichzeitig nicht mit ihnen teilen zu können.

Exklusiv kann für mich auch Intimität sein. Das muss nicht unbedingt sexuelle Intimität sein, denn Intimität umschließt so viel mehr als das. Intim kann für mich eine Umarmung sein, wenn es mir besonders schlecht geht und ich mich dagegen sträube es mir selbst einzugestehen. Mich zu umarmen und dabei zu unterstützen meine Gefühle zuzulassen kann etwas ganz spezielles und unter Umständen auch etwas sehr exklusives sein. Diese Art von Exklusivität verspüre ich in mancher Hinsicht auch mit Freund*innenschaften. Ich mache da keine Hierarchie auf, Exklusivität sagt nicht zwangsläufig etwas darüber aus, welche Bedeutung der jeweilige Mensch für mich hat. Ich denke, dass der Dreh- und Angelpunkt darin besteht, dass Exklusivität Beständigkeit vermittelt, diese wiederum schafft Geborgenheit und die wiederum gibt mir das Gefühl von Sicherheit. Und Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt für mich, um mich auf Menschen einlassen zu können. Ich will darauf vertrauen können, dass Menschen auf die ich mich einlasse nicht von jetzt auf gleich aus meinem Leben verschwinden. Ich will darauf vertrauen können, dass ich ihnen als Mensch wichtig bin, weil sie mich als Menschen schätzen (und lieben) – ganz unabhängig von unserer Beziehungsform.

Und das ist für mich die wichtigste Exklusivität.

Ganz nach dem Prinzip „trial and error“ hab ich mich selbst ins kalte Wasser der nicht-Monogamie geworfen. Niemand konnte mir damals sagen, ob sich meine Angst, dass meine Beziehungsperson eine „bessere, spannendere, tollere…“ Person findet und mich in der Konsequenz verlässt, bestätigen wird oder nicht. Heute würde ich sagen, dass sich meine Angst hätte nur bestätigen können, wenn eine/beide von uns damals gar nicht an einer offenen Beziehung interessiert gewesen wären und sie nur als Mittel zum Zweck benutzt hätten, um unsere Beziehung zu retten. Das konnte ich damals noch nicht wissen, ich hatte noch nicht das wohltuende Gefühl der Erfahrung. Worauf ich mich allerdings verlassen konnte, dass war unsere zwischenmenschliche Bindung. Ich wusste, dass egal was passiert, mir niemand diese intensive und durchaus auch exklusive Bindung nehmen kann.

Die Erfahrung machte einiges leichter. Indem ich gemerkt habe, dass meine Beziehungsperson mich nicht weniger liebt oder ein weniger wichtiger Mensch in meinem Leben sein will, konnte ich mich in vielerlei Hinsicht zunehmend für offene Beziehungen begeistern. Ich denke, dass Beziehungen so viel mehr ausmacht als bloß der Sex, allein schon, weil manche Menschen gar keinen Sex haben wollen oder irgendwann aufhören Sex zu haben im Laufe ihrer Beziehung. Beziehungen auf Sex zu beschränken würde sie meiner Meinung nach sehr eindimensional erscheinen lassen, weil Beziehungen sich auf unsere Sexualität reduzieren würden. Dabei ist jede Beziehung auf ihre Art und Weise exklusiv und besonders, auch über den Sex hinaus.

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